Ehemalige Tabakmanufaktur / Caritas
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Bis in die 1960er Jahre lebte dieses Gebäude als Tabakmanufaktur: Ein Projekt, das der Bischof Virgilio von Tortolì in den frühen 1920er-Jahren ins Leben rief, um jungen, weniger wohlhabenden Frauen der Gegend verlässliche Arbeit zu bieten. Schon nach weniger als einem Jahr zeigte sich die Qualität des geernteten Tabaks außergewöhnlich gut. Begeistert von diesem Erfolg, wandte sich der Bischof an Finanzminister Giovanni Battista Bertone und bat um Erlaubnis, ein größeres Gelände zu kaufen. Bald schon unterstützten auch Ministerpräsident Francesco Saverio Nitti und der sardische Abgeordnete Sanna Randaccio das Vorhaben.
Durch die Erweiterung wuchs die Produktion rasch an. Bereits 1922 wurde der Tortolìer Tabak als „bester in Sardinien produzierter Tabak“ ausgezeichnet und auf der Ausstellung in Sassari zum „Tabak Principe“ gekürt. Über vier Jahrzehnte hinweg stand er für höchste Qualität, bis die Fabrik in den frühen 1960er-Jahren schließlich ihre Tore schloss.
Heute beherbergen die stabilen Mauern und weiten Räume dieses Hauses die Caritas Diocesana. Hier werden Projekte für Solidarität und Gefahrenabwehr geplant, und so bewahrt das Gebäude bis heute seinen Geist der Gemeinschaft und Hilfe, mit dem es vor fast hundert Jahren gegründet wurde.