Turm von San Gemiliano
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Der im frühen 17. Jahrhundert errichtete Turm von San Gemiliano erfuhr im Laufe der Zeit zahlreiche Namensänderungen: Zunächst „del Zaccurro“ genannt, folgten nacheinander „Iacuri“, „Saccuru“ und „del Zacuro“, bis er als „Punta del Sacurro“ bekannt wurde und schließlich – durch Lautverschiebung – als „Punta del Soccorso“ firmierte. Den Namen San Gemiliano erhielt er erst 1767 in Anlehnung an die nahe gelegene Landkirche gleichen Namens.
Aus örtlichem Granit gebaut, erreicht der Turm eine Höhe von zwölf Metern und besitzt eine trichterförmige Grundfläche mit einem Durchmesser von sieben Metern an der Basis. Auf einer Meereshöhe von 42 Metern gelegen, beherrschte er die Strände von Orrì und Cea und stand in direkter Sichtverbindung zur Torre di Bari Sardo und zur inzwischen verschwundenen Torre di Monte Turri.
Im Inneren bot die Verteidigungskammer Platz für einen Kommandanten – den sogenannten „Alcaide“ – und zwei Soldaten. Der Zugang zur oberen Plattform („piazza d’armi“) erfolgte über eine einfache Holztreppe. Obwohl vornehmlich als Beobachtungsposten konzipiert, war der Turm mit sechs Gewehren, zwei Spingarden und einer kleinen Kanone auch für eine leichte Verteidigung gerüstet (1767).
Nach der Auflösung der Königlichen Verwaltung der Küstentürme wurde der Turm 1842 außer Dienst gestellt. Bis heute steht er als eindrucksvolles Zeugnis des sardischen Küstenwarnsystems und der maritimen Verteidigungsgeschichte.
